PUBLIKATIONEN
​
​
2026​
​
Freie Kappa-Leichtketten im Liquor zur Erkennung einer intrathekalen Inflammation – Ergebnisse einer multizentrischen prospektiven Real-World-Studie
In Zusammenarbeit mit der DGLN e.V. wird in dieser Originalarbeit, veröffentlicht in Frontiers Immunology, die Nutzung der intrathekalen Fraktion der kappa freien Leichtketten als möglicher Vortest für eine ZNS Inflammation (OKB Synthese und/oder intrathekale Immunglobulinsynthese) untersucht. Dabei wurden an 6 lokalen Standorten in Deutschland prospektiv und konsekutiv kappa freie Leichtketten neben dem Routinelabor bestimmt und hinsichtlich der Sensitivität und des negativ prädiktiven Wertes zur Detektion oder zum Ausschluss einer Inflammation ausgewertet. Es zeigte sich, dass Proben ohne Inflammation korrekt identifiziert werden konnten (hoher negativer Vorhersagewert von 0,97). Die Sensitivität lag jedoch nur bei 87 % (OKB/Ig Synthesen) bzw. bei 93 % (OKB). Der vordefinierte Endpunkt (Sensitivität > 95%) wurde damit verfehlt. Das Fazit: Die intrathekale Fraktion (IF) der kappa freien Leichtketten sind als alleiniger Vortest in der Praxis nicht sensitiv genug, stellen aber eine wertvolle Ergänzung zur bisherigen Standard-Diagnostik dar.
DOI: 10.3389/fimmu.2026.1806398
​
​
2025
Oligoklonale Banden und Kappa-Leichtketten: Konkurrenz oder Ergänzung?
In einer aktuellen Übersichtsarbeit der DGLN e.V., veröffentlicht in Autoimmunity Reviews (2025), wird die diagnostische Bedeutung von oligoklonalen Banden (OKB) und Kappa-Freien Leichtketten (KFLC) bei der Beurteilung der humoralen Entzündungsreaktion im Zentralnervensystem dargestellt. Beide Marker sind Bestandteil der überarbeiteten McDonald-Kriterien 2024 zur Diagnose der Multiplen Sklerose.
Das Review zeigt, dass OKB und KFLC komplementäre, nicht konkurrierende Biomarker sind. Während OKB aufgrund ihrer hohen Sensitivität und individuellen „Antikörper-Fingerabdrücke“ weiterhin den Goldstandard bilden, bietet die quantitative und automatisierte KFLC-Bestimmung eine schnelle und standardisierbare Ergänzung.
Die DGLN empfiehlt, in universitären und spezialisierten Zentren beide Verfahren parallel einzusetzen, um die Diagnostik neuroinflammatorischer Erkrankungen weiter zu optimieren.
DOI: 10.1016/j.autrev.2025.103765
​
Liquormarker bei Multipler Sklerose - Übersicht der DGLN
Im Rahmen der neuen CME-Reihe „Rund um den Liquor“ veröffentlicht die DGLN in der Zeitschrift NeuroTransmitter (2025/2) einen deutschsprachigen Review zu Liquormarkern bei Multipler Sklerose (MS). Der Beitrag gibt einen praxisnahen Überblick über die Bedeutung der oligoklonalen Banden (OKB) und der freien Kappa-Leichtketten (KFLC) bei der Beurteilung der humoralen Entzündungsreaktion im Zentralnervensystem. Beide Marker sind Bestandteil der revidierten McDonald-Kriterien 2024 zur MS-Diagnose.
Der Artikel fasst die diagnostischen Stärken und Grenzen beider Verfahren zusammen, beschreibt methodische Unterschiede und praktische Aspekte für den klinischen Alltag und betont die Empfehlung der DGLN, OKB und KFLC als komplementäre Marker parallel einzusetzen. Damit stellt die DGLN den aktuellen Wissensstand zur Liquordiagnostik in einem deutschsprachigen Fortbildungsformat bereit und unterstreicht die Bedeutung standardisierter Verfahren für eine hochwertige Diagnostik neuroinflammatorischer Erkrankungen.
​
​

