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Die Junge Liquorologie

Die Junge Liquorologie                                                                  

 

Die Junge Liquorologie ist eine Arbeitsgemeinschaft jüngerer Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Klinische Liquordiagnostik und klinische Neurochemie e.V. (DGLN). Die Arbeitsgemeinschaft hat sich im Mai 2023 gegründet und inkludiert passionierte Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen naturwissenschaftlicher Fächer, die sich im Rahmen Ihrer beruflichen Ausbildung oder Forschung speziell auf dem Gebiet der Liquoranalytik und Biomarkerforschung betätigen. Durch die Arbeitsgemeinschaft soll der wissenschaftliche und fachliche Austausch der Mitglieder untereinander - und mit etablierten Mitgliedern in der DGLN - gewährleistet und explizit unterstützt werden.

 

Oberstes Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, das etablierte Wissen der diagnostischen Liquoranalytik an jüngere Kolleg*innen in der medizinischen Weiterbildung speziell für angehende Labormediziner*innen und Neurolog*innen weiterzugeben.

 

Weitere Schwerpunkte:        

 

  • Nachwuchsarbeit/-werbung

  • Vernetzung jüngerer Kolleg*innen innerhalb der Gesellschaft

  • Etablierung eines Online Fortbildungsprogramms

  • Jahrestagung der Jungen Liquorologie inklusive wissenschaftlichem Workshop zur Forschungsförderung

  • Öffentlichkeitsarbeit: Jahrestagung der DGLN, Kongresse, Vernetzung mit anderen Fachgesellschaften (Junge Neurologie-DGN; Junges Labor-DGKL)
     

Aktuelle Sprecherin:

PD Dr. med. Marie Süße, Universitätsklinikum Greifswald

Stellvertretende Sprecherin:

Dr. med. Svenja Klinsing, Universitätsklinik Frankfurt

Geleitwort von Prof. Hansotto Reiber zur Gründung der Jungen Liquorologie

 

Ich komme gern dem Wunsch nach, einige Sätze zur Gründung der Gruppe der jungen Liquorologie in der DGLN zu schreiben.

Mit der Einladung der Ehrenmitglieder zur diesjährigen Jahrestagung der DGLN in Dresden wurde deutlich, dass in den letzten Jahren bis zu Jahrzehnten ein Wechsel in der Berufsqualifikation in der Liquordiagnostik stattgefunden hat. Die Generation der Naturwissenschaftler in der Medizin, in der DDR als Fachchemiker der Medizin bezeichnet, ist durch Neurologen und Neurologinnen abgelöst worden. 

Das kann auch als Chance begriffen werden. Der Biologe und Mathematiker Brian Goodwin, mein Tutor in der Anwendung der Komplexitätswissenschaft in der Biologie, bedauerte mit Blick auf die Molekularbiologie und Genetik, dass der Organismus aus der Biologie verschwunden ist. Ich würde das für die Medizin erweitern und sagen, dass der Patient aus der Medizinischen Forschung verschwunden ist.

Die Erfolglosigkeit im Verständnis der Chronischen Krankheiten und der entsprechende Mangel an kausalen Therapien machen dies als Defizit der Forschungskonzepte deutlich.

Es kann also nicht darum gehen, ständig neue Surrogatmarker im Liquor oder Blut zu finden oder sich mit statistischen (meist linearen) Korrelationen zwischen Parametern zufrieden zu geben. Das Verständnis der chronischen Krankheit als stabiler Zustand aus selbstorganisierenden Rückkopplungsprozessen legt die Analyse der Veränderung der Komplexität des Systems nahe. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zur üblichen Suche nach Veränderung im Wert von einzelnen Parametern. Dazu gehört es, das Immunsystem als Netzwerk zu interpretieren, Schrankenfunktionen als Dynamik von Diffusion und Flüssen, statt morphologisch zu verstehen und Chronifizierung pathologischer Prozesse mit den Methoden der Komplexitätswissenschaften zu beschreiben. Diese Aspekte könnten damit auch als Programm der spezifischen Fortbildung für die Forschung in der Neurologie dienen.

In diesem Sinne wünsche ich der Arbeitsgruppe einen erfolgreichen Aufbruch aus der etablierten Forschungskultur.

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